Im Sommer mit Naturverstand unterwegs

Natur mit Respekt genießen:

Warum klare Regeln beim Campen wichtig sind!

Die Sommermonate locken viele Menschen hinaus in die Natur. Das Bedürfnis, in Wäldern oder auf Wiesen zu campieren und die Natur unmittelbar zu erleben, ist verständlich. Doch nicht alles, was idyllisch wirkt, ist erlaubt – und vor allem nicht ohne Folgen. Die Land&Forst Betriebe Österreich appellieren deshalb an alle Naturfreundinnen und Naturfreunde, sich an bestehende Regeln zu halten und mit Naturverstand unterwegs zu sein.

„Kulturlandschaften wie Wälder, Wiesen und Felder sind das Ergebnis verantwortungsvoller Bewirtschaftung: Sie dienen als Arbeitsräume und sind zugleich wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten“, betont der Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich, Konrad Mylius. 

Gerade das wilde Campieren führt häufig zu unbeabsichtigten Schäden - vom Zurücklassen von Müll bis hin zur Brandgefahr durch Lagerfeuer oder glimmende Zigaretten. In Schutzgebieten bedeutet Wildcampen eine massive Belastung für seltene Arten und Lebensräume. Ein oft unterschätzter Aspekt ist die Störung des natürlichen Wildtier-Rhythmus. Nächtliche Aktivitäten im Wald, auf Feld und Flur bedeuten Stress für Wildtiere: Sie werden aus ihren Rückzugsgebieten vertrieben, verlassen ihre Einstände oder Brutplätze und verlieren damit wichtige Rückzugs- und Lebensräume. Besonders gefährdet sind Jungtiere und seltene Arten, die empfindlich auf die ungewohnte menschliche Präsenz reagieren.

„Neben dem Schutz der Natur ist der respektvolle Umgang mit den Flächen von großer Bedeutung. Wälder, Wiesen und Felder sind in Österreich meist im Eigentum familiengeführter land- und forstwirtschaftlicher Betriebe und sichern deren Lebensgrundlage“, weist der Verbandspräsident auch auf einen wesentlichen Aspekt hin.

Damit Naturerlebnis und Eigentumsschutz in Einklang gebracht werden können, braucht es gesetzliche Rahmenbedingungen. Regelungen – etwa darüber, wo das Campieren erlaubt ist und wo nicht, schaffen Transparenz und verhindern Missverständnisse im Umgang mit der Kulturlandschaft. 

In Österreich ist Campieren außerhalb ausgewiesener Plätze grundsätzlich streng geregelt. Im Wald ist Übernachten ohne Zustimmung des Grundeigentümers verboten. Auch außerhalb gelten je nach Bundesland unterschiedliche Regeln – in vielen Regionen ist Wildcampen generell untersagt und wird mit Strafen belegt. In Schutzgebieten besteht ein absolutes Campierverbot. Lediglich das Not-Biwakieren in echten Notsituationen ist erlaubt. Grundsätzlich gilt: Nur auf offiziellen Camping- oder Biwakplätzen ist das Übernachten in der Natur bedenkenlos möglich – im Zweifelsfall sollte man sich vorab bei Gemeinde, Tourismusbüros oder beim Grundeigentümer über die örtlichen Regelungen informieren.

Als Land&Forst Betriebe appellieren wir deshalb an den Naturverstand und das Verantwortungsbewusstsein aller Besucherinnen und Besucher:

• Wälder, Wiesen und Felder sind Arbeits- und Lebensräume sowie Lebensgrundlage.

• Rücksicht heißt: Natur und Kulturlandschaft erleben, ohne Spuren zu hinterlassen.

• Tiere und Pflanzen brauchen ungestörte Rückzugsräume.

• Sich rechtzeitig über geltende Regeln zu informieren, schützt vor Konflikten und Strafen.

• Verantwortung bedeutet, auch das Eigentum anderer zu achten.

‚‚Offizielle Camping- und Biwakplätze schaffen Möglichkeiten, die Natur sicher und naturverträglich zu erleben. Dort, wo Erholung möglich ist, wird sie ermöglicht – wo sensible Lebensräume oder genutzte Flächen bewahrt werden müssen, sind klare Grenzen erforderlich“, so der Verbandspräsident abschließend.