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Zum Internationalen Tag des Waldes, der jährlich am 21. März stattfindet, wird im Rahmen der Initiative Naturverstand auf die große Bedeutung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung für Klima, Wirtschaft und Versorgungssicherheit aufmerksam gemacht.
Der Winter 2025/2026 war erneut zu mild und zu trocken. Das zeigt ein aktueller Bericht des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft. Einmal mehr wird deutlich, wie stark und rasch der Klimawandel die Umwelt bereits verändert. Anlässlich des Internationalen Tages des Waldes am 21. März, dem weltweiten Aktionstag, der an die enorme Bedeutung der Wälder erinnert, soll der Blick nicht nur auf die Herausforderungen, sondern auch auf die Chancen gelenkt werden. Denn der Wald steht zwar unter Druck, zugleich ist er einer unserer wichtigsten Verbündeten im Kampf gegen die Klimakrise.


Österreich zählt zu den waldreichsten Ländern Europas. Seit Generationen wird der heimische Wald hierzulande achtsam und nachhaltig bewirtschaftet. Es ist eine Erfolgsgeschichte, die durch die Österreichische Waldinventur bestätigt wird. Waldfläche und Holzvorrat sind über Jahrzehnte hinweg gewachsen. Österreichs Wälder verfügen über einen der höchsten Holzvorräte pro Hektar in Europa. In diesen Holzvorräten ist auch Kohlenstoff gespeichert.
Höhere Temperaturen, Trockenheit und Schadholzmengen stellen Forstbetriebe sowie Waldbewirtschafterinnen und Waldbewirtschafter vor große Herausforderungen. Durch den Klimawandel wird der Kohlenstoffspeicher auch im Wald instabil.
„Bildlich gesprochen, kann man sich mit fossilen Rohstoffen, Wald, Atmosphäre und Holzprodukten vier Wassergläser vorstellen. Das Glas des Waldkohlenstoffspeichers ist mittlerweile randvoll. Es gilt, dieses Gleichgewicht zu bewahren und mit Naturverstand umzufüllen, damit Platz für neues Wachstum entsteht“, beschreibt Verbandspräsident Konrad Mylius die Situation.

Um den Wald fit für die Zukunft zu machen, wird mit Verjüngung, Pflege und Standortanpassung gezielter Waldumbau betrieben. Mit Unterstützung des Österreichischen Waldfonds investieren Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer viel Engagement und Herzblut in stabile, widerstandsfähige Wälder.
Nur durch diese aktive Arbeit kann der Wald weiterhin seine lebenswichtigen Aufgaben als Rohstofflieferant, Schutzraum, Erholungsort und Klimaregulator erfüllen. Jeder Baum, der wächst, speichert Kohlenstoff und trägt zum Klimaschutz bei. Wird Holz verwendet, bleibt dieser Kohlenstoff langfristig gebunden und ersetzt gleichzeitig klimaschädliche, fossile Materialien.
Zurück zum Beispiel mit den Wassergläsern: Mit dem Umfüllen aus dem Glas des Waldes in das Glas der Holzprodukte wird wieder Platz für den Zuwachs im Wald geschaffen und zusätzlich verhindert, dass weiterhin fossiler Kohlenstoff in das Glas der Atmosphäre fließt.
Zum Tag des Waldes ist auch an die wirtschaftliche Bedeutung der heimischen Forst- und Holzwirtschaft zu erinnern. Mit einem Beitrag von über 26,5 Milliarden Euro an direkter Bruttowertschöpfung durch die Unternehmen der Forst- und Holzwirtschaft (6,23 % der gesamten österreichischen Wirtschaftsleistung) und über 440.000 Arbeitsplätzen zählt die gesamte Wertschöpfungskette zu den wichtigsten Säulen der österreichischen Wirtschaft. Jeder zehnte Euro, der in Österreich erwirtschaftet wird, ist unmittelbar oder mittelbar mit dem Rohstoff Holz verbunden.
Holz ist ein wahres Multitalent: Es stärkt die Regionen, hält Wertschöpfung im Land und hilft, mit regionalen Ressourcen globalen Herausforderungen zu begegnen. Wer auf Holz setzt, stärkt nicht nur den Klimaschutz, sondern auch die heimische Wirtschaft.

Eine nachhaltige, holzbasierte Bioökonomie bietet die große Chance, Klima und Wirtschaft gemeinsam zu fördern. Mehr Nutzung bedeutet mehr gespeicherter Kohlenstoff, weniger fossile Abhängigkeit und resiliente Wälder.
Eine Potenzialstudie des Bundesforschungszentrums für Wald zeigt: Aufgrund der hohen Vorräte könnten jährlich 3,5 Millionen Festmeter Holz zusätzlich genutzt werden, ohne die Nachhaltigkeit zu gefährden. Das eröffnet enorme Möglichkeiten für klimafitte Bestände und wirtschaftliche Impulse.
Konrad Mylius, Präsident der Land&Forst Betriebe, betont:
„Der heimische Wald mit der wertvollen Ressource Holz bietet nicht nur die Basis für nachhaltige Bauprojekte, sondern fungiert auch als Klimaschützer und Wirtschaftsmotor. Die Datenlage zeigt klar, dass der Deckel für den Vorratsaufbau erreicht ist. Jetzt gilt es, vorhandene Potenziale mutig zu nutzen, um für ein stabiles Klima zu sorgen und die Wirtschaft und damit die Wertschöpfung in Zeiten von angespannten Budgets in Österreich zu stärken.“
Waldbesitzer Markus Hoyos ergänzt abschließend:
„Der Wald leidet an den Folgen des Klimawandels, obwohl er nie Teil des Problems war und auch nie sein wird. Im Gegenteil: Er bleibt Teil der Lösung, indem man seine Fähigkeit nutzt, Kohlenstoff aus der Atmosphäre zu ziehen und diesen in langlebigen Holzprodukten zu binden. Das volle Potenzial der heimischen Forst- und Holzwirtschaft zu erkennen, ist gelebter Naturverstand.“
