Im Sommer mit Naturverstand unterwegs

Nachhaltige Forstwirtschaft als Grundlage

Pilze sammeln mit Naturverstand: Schutz für Wald und Artenvielfalt

Mit dem Sommer beginnt für viele Schwammerlsucher:innen die Vorfreude auf die Pilzsaison. Bereits jetzt sind zahlreiche beliebte Speisepilze wie Steinpilze, Eierschwammerl oder Parasol in heimischen Wäldern zu finden.

„Wer Pilze sammelt, sollte neben der Freude an der Natur auch das nötige Wissen mitbringen – denn Naturverstand heißt auch Pilzwissen“, betont Konrad Mylius, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich. 

Schon die Tatsache, dass es keine gesicherten Angaben über die Anzahl der Pilzarten gibt, verdeutlicht die enorme Artenvielfalt. Während oft von etwa 5.000 Großpilzarten in Europa die Rede ist, existieren weltweit vermutlich rund 100.000 verschiedene Pilzarten, darunter viele mikroskopisch kleine. Doch nur wenige eignen sich tatsächlich für den Kochtopf. Viele Speisepilze haben giftige Doppelgänger, weshalb nur gesammelt werden sollte, was sicher erkannt wird.

Pilzvielfalt durch nachhaltige Forstwirtschaft

Dass Wiesen und Wälder Jahr für Jahr ein reiches Pilzangebot bieten, ist kein Zufall: „Die Verantwortung der Waldbesitzer:innen geht weit über die Holznutzung hinaus. Nachhaltige Forstwirtschaft fördert die Vielfalt und Gesundheit des Waldes – und damit die Lebensgrundlage für Pilze“, erklärt Mylius.

Rund zwei Drittel aller Pilzarten sind auf den Wald als Lebensraum angewiesen. Ob Mykorrhizapilze, die in Symbiose mit Bäumen leben, saprophytische Pilze, die organisches Material abbauen, oder Flechten – sie alle profitieren von nachhaltiger Bewirtschaftung. Maßnahmen wie nachhaltig Holznutzung, Totholzbelassung oder die Förderung von Mischwäldern schaffen nicht nur Lebensräume für Pilze, sondern stärken das gesamte Ökosystem Wald.

Sammeln mit Respekt: Rechte und Pflichten
Das Forstgesetz erlaubt grundsätzlich das Betreten des Waldes zur Erholung – dazu zählt auch das Sammeln von Pilzen, Beeren und Kräutern. Es gelten jedoch regionale Pilzverordnungen und Mengenbegrenzungen: In Österreich dürfen pro Person und Tag maximal zwei Kilogramm gesammelt werden. Zudem gibt es gebietsweise geschützte Pilzarten sowie Sammelverbote, über die sich Sammler:innen vorab informieren sollten.„Pilze zu sammeln heißt, den Wald zu genießen – aber auch seine Regeln zu respektieren und das Eigentum anderer zu achten“, appelliert der Verbandspräsident zum Beginn der diesjährigen Pilzsaison.

Verantwortungsvoll genießen – Wald und Pilze bewahren
Der Wald als Lebensraum für Pilze ist ein sensibles Ökosystem. Waldbesitzer:innen tragen durch nachhaltige Bewirtschaftung und ihren Einsatz für Biodiversität maßgeblich dazu bei, dass nicht nur kommende Generationen Freude am Schwammerlsuchen haben, sondern auch die Vielfalt an Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen in den Wäldern bewahrt und gefördert wird. Eine vielfältige Flora und Fauna trägt nicht nur zum gesunden Zustand der Wälder bei, sondern auch zur Resilienz gegenüber Umweltveränderungen.

Daher sollte jede:r, der Pilze sammelt, nicht nur auf das eigene Körbchen achten, sondern auch Verantwortung zeigen – mit Naturverstand und Respekt vor dem Wald.